Leserbrief des JU-Vorsitzenden: Grüne Scheinheiligkeit

Das Übertönen der AfD-Kundgebung mit Trillerpfeifen und ohrenbetäubenden Lärm seit rechtswidrig und anti-demokratisch gewesen, war von der Versammlung der Landshuter Grünen zu lesen. Nun muss man kein Freund der AfD sein, um zu erkennen, dass diese Pfeifkonzerte nichts mehr mit Demokratie und dem Meinungsaustausch im Vorfeld einer Bundestagswahl zu tun haben. Mit Verwunderung kann man jedoch durchaus aufnehmen, dass diese Erkenntnis gerade von den Landshuter Grünen kommt. Denn der Runde Tisch gegen Rechts, der dieses unwürdige Schauspiel als Gegendemonstration zur AfD veranstaltete, ist erst durch die Beteiligung und kontinuierliche Aufbauarbeit der Grünen groß geworden. Dabei hat es die Landshuter Grünen bisher nie gestört, mit erklärten Gegner der Verfassung zusammenzuarbeiten. Warnungen, dass mehrere vom Verfassungsschutz beobachtete Linksextremisten am Runden Tisch mitwirken, wurden ignoriert, Übertretungen demokratischer Gepflogenheiten im Meinungskampf mitgetragen oder mindestens toleriert. Mit der nun erfolgten Distanzierung vom Runden Tisch scheint es nun so, als ob die Grünen dem Geist, den sie riefen, nicht mehr Herr werden.

Damit könnte man an dieser Stelle schließen, wenn nicht als besonderes Kuriosum mehrere Vertreter und Stadträte der Grünen an der von ihnen im Nachhinein gescholtenen Anti-AfD-Demo teilgenommen hätte. Denn bis in die erste Reihe der Demonstration beteiligten sich Vertreter der Landshuter Grünen, wie die Stadträtin und Grünen-Vorsitzende Hedwig Borgmann oder der Stadtrat Frank Palme. Vor diesem Lichte erscheint es dann nicht nur, verwunderlich, sondern vielmehr scheinheilig und lächerlich, wenn Hedwig Borgmann in der LZ das Selbstverständnis der Demonstranten als die „Guten“ und der AfD als „Demokratiefeinde“ kritisiert – und zuvor neben der Linksextremisten von der Antifa ihre gutmenschliche Gesinnung zur Schau gestellt hat. Wenn die Grünen der Auffassung sind, eine Demonstration sei rechtswidrig und demokratiefeindlich, dann mögen sie beim nächsten Mal doch bitte von Anfang an fern bleiben – und nicht erst im Nachhinein eine scheinheilige Pressemitteilung mit einer Distanzierung herausgeben.

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