Junge Union Landshut auf Bildungsfahrt in Südtirol – „Abspaltung Südtirols kein gesellschaftliches Thema“

Von Ötzi bis zu den Autonomiebewegungen – die viertägige Bildungsfahrt der Jungen Union Landshut-Stadt nach Bozen in Südtirol umfasste ein umfangreiches Programm. Im Zentrum standen dabei der Austausch mit Vertretern der Südtiroler Volkspartei und die Diskussion um Autonomiebestrebungen in Europa.

 

Angesichts der Katalonien-Krise hätte der Besuch der Jungen Union Landshut-Stadt (JU) in der autonomen Region Südtirol keinen besseren Zeitpunkt finden können. Denn während in Katalonien ein erbitterter Kampf um die Unabhängigkeit von Spanien geführt wird, zeigt Südtirol als autonome Region in Italien auf, wie die Bewahrung der eigenen Tradition und Kultur bei größtmöglicher Selbstbestimmung gelingen kann. Breiten Raum fand das Autonomiestatut Südtirols dabei beim Besuch im Südtiroler Landtag in Bozen, bei dem die JUler nicht nur viel über die historische Entwicklung des Südtirolkonflikts sondern auch über die Auswirkungen des Autonomiestatus im Alltag. Auch wenn Südtirol heute zwar immer noch zu Italien gehört, so steht es doch gleichzeitig unter weitgehend autonomer Selbstverwaltung. Am Deutlichsten zeigt sich dies wohl in der Dreigliedrigkeit der Verwaltung und der Regierung, die Stellen nach festen Quoten für die Angehörige der deutsch- oder italienischsprachigen und der ladinischen Volksgruppe vorsieht.

Im Gespräch mit dem Präsidiumsmitglied im Südtiroler Landtag, Maria Hochgruber Kuenzer von der Südtiroler Volkspartei, erfuhren die Mitglieder der Landshuter JU außerdem, dass – im Gegensatz zu Katalonien – der status quo mit Italien zwar nicht geliebt, aber respektiert wird. Die vollständige Unabhängigkeit Südtirols oder die Eingliederung nach Österreich sei kein großes gesellschaftliches Thema mehr. Zwar gebe es Fraktionen im Südtiroler Landtag, die im Gegensatz zur SVP starke populistische Töne in der Unabhängigkeitsfrage sowie im Umgang mit den italienischsprachigen Einwohner Südtirols forciere. Oftmals sei deren Wahlerfolg jedoch stark auf die persönliche Unzufriedenheit mit der Politik zurückzuführen. Hier sahen die SVP-Abgeordnete und die Vertreter der Jungen Union Landshut-Stadt selbstkritisch eigene Verfehlungen der Politik und einen Bezug zur Bundestagswahl, die auch in Südtirol aufmerksam verfolgt wurde.

Der JU-Kreisvorsitzende Ludwig Schnur brachte diesen gemeinsamen Konsens beim Austausch zwischen Bayern und Südtirol auf den Punkt: „Oftmals provoziert die Politik durch ihr Klein-Klein und die Konzentration auf Themen, die ausschließlich Minderheiten nutzen, Unzufriedenheit und Enttäuschung. Wir müssen uns trauen, endlich wieder große Themen wie Rente, Pflege und die Wirtschaftspolitik anzupacken – und das auch einmal mit grundlegenden Strukurreformen.“

Neben dem Besuch im Landtag stand für die Mitglieder der Jungen Union Landshut auch kulturelle Punkte auf dem Programm ihrer Bildungsfahrt. So besuchte man gemeinsam das Archäologische Museum in Bozen, indem auch das Skelett von „Ötzi“ zu finden ist. Natürlich wurden auch die umliegenden Berge für einen geselligen Wanderausflug vor dem Landtagsbesuch genutzt. Zum Abschluss der politischen Bildungsfahrt traf sich die Junge Union Landshut noch mit dem Internationalen Referenten der jungen SVP, Reneé Tumler. Deutlich wurde dabei, dass die SVP insbesondere durch die Autonomiefrage Südtirols geeint ist aber inhaltlich fast die gesamte Breite des deutschen Parteienspektrums in sich vereinigt.

Der stellvertretende Kreisvorsitzender der JU Landshut, Johannes Alfery, betonte abschließend die Bedeutung der politischen Bildungsfahrten, wie sie die JU Landshut nun bereits wiederholt durchgeführt hat: „Es ist gut, wenn wir in einen engen Austausch mit unseren befreundeten Parteien treten, gerade auch in Zeiten eines schwächelnden Europas. Zudem ermöglichen die Bildungsfahrten uns Jugendliche einen unmittelbaren und lebhaften Einblick in andere Länder und Regionen Europas, den wir derart nicht hätten.“